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Vodka + Energy-Drink – eine fatale Kombination

 

Wissen Sie, was ein „Vodka-Bull“ ist? Nicht? Lassen Sie mich raten: Sie sind über 40 Jahre alt, nicht wahr? Denn jüngere Menschen kennen diesen Begriff heutzutage. Er steht für ein alkoholisches Mixgetränk, das in den letzten Jahren Bars und Kneipen rund um den Globus erobert hat. Ich selber habe es auch schon mehrfach probiert. Es besteht aus einem Teil Vodka und – je nach gewünschter Rauschintensität – ein, zwei oder drei Teilen Energy-Drink, wie diese koffeinhaltigen „Hallo-Wach“-Getränke auf Neudeutsch heißen. Der bekannteste Hersteller hat einen roten Bullen als Logo, daher der Name. Man trinkt es auf Eis. Und, nun ja, man muss es mögen.

Ein tückischer Drink! Zum einem benebelt der im Vodka reichlich vorhandene Alkohol, zum anderem belebt das viele Koffein im Energy-Drink. Diese Kombination ist wahrscheinlich eines der Erfolgsfaktoren des Getränks, treibt aber wohl auch eine nicht so erfreuliche Statistik zum Thema an: Vodka-Bull-Zecher verletzen sich und verunglücken häufiger als „Normaltrinkende“. Das belegen offenbar Unfallstatistiken.

Warum genau das so ist, war bisher allerdings unbekannt. Jetzt haben US-Forscher der Northern Kentucky University die Wirkung von diesem Getränk genauer untersucht. Sie ließen 56 Studenten im Namen der Wissenschaft feiern. Wie üblich bei solchen Experimenten, wurden die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen aufgeteilt – wobei es auch eine Kontrollgruppe gab, der die alkoholischen Getränke nur vorgegaukelt wurden. Nach dem Gelage mussten die Probanden zu Reaktionstests antreten und ihr allgemeines Wohlempfinden schildern.

Das Ergebnis: Körperlich beeinträchtigt waren alle, die Alkohol bekamen. Die Kontrollgruppe mal ausgenommen, stieg auch bei allen die Euphorie. Die Gruppe, deren Gläser neben dem Alkohol auch Energy-Drinks enthielt, war allerdings besonders euphorisch. Die gesteigerte Euphorie führt dazu, dass Trinkende die körperliche Beeinträchtigung nicht mehr richtig wahrnehmen. Anders formuliert: Der Betrunkende wähnt sich noch bei voller Fitness, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist.

Diese Missdeutung des eigenen Befindens ist typisch für jeden Alkohol-Genuss. Aber mit Energy-Drinks wird dieser Zustand gefährlich verstärkt.

Was lernen wir daraus? Wenn es geht: Finger weg von der Kombination Schnaps und hohen Dosen Koffein. Auch wenn gerade der Kick, den dieses Gemisch in uns auslöst, besonders verlockend ist. Wer es partout nicht sein lassen kann – oder sogar behauptet, das Gesöff schmecke halt so gut – sollte zumindest für einen sicheren Weg ins eigene Bett vorsorgen. Damit meine ich nicht nur kein Autofahren mehr. Das sollte selbstverständlich sein bei diesen Alkoholmengen. Nein, auch die Treppe hoch in das Schlafzimmer kann gefährlich werden für jemand, der sich gerade für Superman hält, in Wirklichkeit aber einfach nur ziemlich betrunken ist.

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