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Schlafentzug hilft bei Herbstdepression

 

Wir sind ja gerade mittendrin, im dunklen, nassen und kalten Herbst. Nicht wenigen geht das (oft) fiese Wetter so richtig auf’s Gemüt. Zuweilen endet das Seelentief in einer Herbstdepression. Damit ist nicht zu spaßen. Bei rund drei Prozent der Bundesbürger artet solch eine Niedergeschlagenheit in einer klinischen Depression aus, die unbedingt behandelt werden sollte. Aber auch leichtere Ausprägungen sind so unangenehm, dass eine Therapie sinnvoll ist.

Nur wie therapieren? Neben den bisher bekannten Tipps von Experten – viel Licht, viel Bewegung, frische Luft, gesunde Ernährung – haben Leipziger Forscher jetzt eine Methode vorgestellt, die ein wenig überrascht: Schlafentzug. Wie bitte? Dabei soll ordentlich ausschlafen doch so gesund sein. Andererseits klagen gerade depressive Menschen oft über Müdigkeit und damit zusammenhängend über fehlenden Antrieb. Und die sollen jetzt auf Schlaf verzichten? Verkehrte Welt …

Nun, die Leipziger Psychologen haben ihre Erkenntnisse ja nicht aus der Luft gegriffen, sondern durch Studien im Schlaflabor herausgefunden. Gewährten sie dabei Depressionspatienten nur wenige Stunden Schlaf und hinderten sie daran, tagsüber ein Nickerchen zu halten, besserte sich ihr Zustand. Ausgiebiges Ausschlafen helfe bei einer Depression hingegen nicht, so die Forscher.

Eine harte Nuss für Betroffene, in Anbetracht der Alternativen aber ein Versuch wert. Denn nicht bei jedem helfen Licht & Co allein. Zwar verschwindet eine Herbstdepression im Frühjahr meist wieder. Aber der Frühling ist noch weit weg, und bis dahin Trübsal blasen eine schaurige Vorstellung.

Also, ruhig auch in der dunklen Jahreszeit den Wecker auf 5 Uhr stellen und raus aus den Federn. Das macht offenbar mehr gute Laune, als man denkt. Ich probiere es am Wochenende mal aus … vielleicht.

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