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Schlafen im Dienst der Wissenschaft

 

Medizinische Forschung ist kompliziert und nur etwas für Experten? Nicht doch! Die Studie von Sophie Schwartz und ihren Kollegen an der Universität Genf können Sie selbst nachmachen. Und das sogar sehr angenehm, nämlich im Schlaf. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein gewöhnliches Bett und eine Hängematte. Zur Not tut es auch ein Schaukelsitz.

Darum geht es: Die schweizer Biologen wollten wissen, warum Menschen besser einschlafen, wenn sie dabei leicht hin und herschaukeln. Jeder kennt das. Im Auto, im Flugzeug oder wo auch immer … ein bisschen Bewegung und die Augen klappen wie von alleine zu. Jetzt, in diesem Moment, versuchen zehntausende von Mütter und Väter weltweit, ihren Nachwuchs durch sanftes Wippen in den Schlaf zu wiegen.

Aber warum eigentlich? Um eine Antwort auf die Frage zu bekommen, bauten Schwartz und ihr Team an der Genfer Universität extra eine „Experimental-Hängematte“ und verkabelten die Köpfe ihrer zwölf Probanden mit einem Elektroenzephalograf (EEG), um die Gehirnströme zu messen. Zwei mal 45 Minuten Nachmittags-Nickerchen galt es für die Testpersonen zu absolvieren, einmal im ruhigen Bett, einmal in der Hängematte. Siesta halten im Auftrag der Forschung – das Leben kann so schön sein.

Das Ergebnis: In Bewegung schliefen die Probanden viel schneller ein. Und ihre Gehirnaktivitätswellen im EEG waren anders als im festem Bett. Während des Schlafs ändern sich bei jedem Menschen die Muster dieser Gehirnaktivitäswellen. Mediziner teilen den Schlaf somit in verschiedene Phasen ein. In der Experimental-Hängematte war bei allen Studienteilnehmern die so genannte N2-Phase deutlich länger als im gewöhnlichen Bett. Das deutet auf einen tieferen Schlaf hin, so die Biologen. Schaukeln ändert also offenbar unsere Gehinaktivität beim Schlafen. Wir schlafen schneller ein und knacken dann tief und fest vor uns hin.

Wunderbar! Ich werde gleich am kommenden Wochenende die Arbeit von Sophie Schwartz und Co. überprüfen. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse gelten nur dann als valide, wenn sie überprüfbar sind, das heißt, wenn andere Personen die Versuche mit gleichem Ergebnis wiederholen können. Da helfe ich doch gerne, liebe Schweizer. Schlafen im Dienst der Wissenschaft, da lasse ich mich nicht zwei Mal bitten.

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