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Ich, Marathon? Niemals! Forscher bestätigen mich (ein bisschen)

 

Sport fördert die Gesundheit, das ist bekannt. Auch ich treibe Sport – Jogging. Es hat sogar schon für acht Halbmarathons gereicht, mehrere davon sogar in recht passablen Zeiten. Da wundert es nicht, dass einige Bekannte mich schon gefragt haben, ob jetzt ein voller Marathon anstehen würde. Ich habe stets verneint, mit einem sehr einleuchtenden Argument, wie ich finde: Der erste Mensch, der 42,195 Kilometer (oder so) am Stück gelaufen ist – ein griechischer Läufer, der 490 vor Christus den Sieg um die Stadt Marathon in Athen verkündete – fiel kurze Zeit später tot um. So erzählt es zumindest die Legende.

Ganz ehrlich: Das ist es mir nicht wert. Natürlich überlebt die große Mehrheit der Marathonläufer heutzutage einen Lauf (aber es gibt immer wieder auch mal Tote). Dennoch: Eine Sportart, die einen derart tragischen Beginn hatte, will ich nicht selbst praktizieren.

Seit neuestem bekräftigt mich die Wissenschaft dabei. Zumindest ein bisschen. Eine kleine australische Studie an 40 Extremläufern hat jetzt gezeigt, dass maßlose körperliche Belastungen das Herzgewebe schaden können. Die Forscher untersuchten das Herz der Sportler 14 Tage vor einem Wettkampf, unmittelbar nach Zieleinlauf und eine Woche später. Vor dem Event pumpten die Herzen problemlos. Unmittelbar nach dem Wettkampf war bei allen Probanden das rechte Ventrikel – eine der vier Herzkammern – auffällig vergrößert und nicht so leistungsfähig wie zwei Wochen zuvor. Bei 5 von den 40 Untersuchten blieb dieser Zustand auch eine Woche danach noch erhalten. Die Wissenschaftler machten zudem Narbenbildung im Herzgewebe aus. Die Folge könnten ernste Herzprobleme sein, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen.

Gesund ist anders.

Natürlich geben die Ärzte zu Bedenken, dass es sich nur um eine sehr kleine, nicht besonders aussagekräftige Studie handelt. Man müsste den Test nochmals mit einer wesentlich größeren Athletenanzahl wiederholen und die Probanden genauer untersuchen. Aber der Verdacht ist nun da. Sogar Professor Sanjay Sharma, Ärztlicher Direktor des London Marathons, gesteht: „Mein Gefühl sagt mir, dass extreme körperliche Belastung wahrscheinlich schon das Herz von einigen Sportlern schädigt“.

Meine Pumpe betrifft das nicht, soviel steht fest.

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