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Bettwanzen bekämpfen: Eine haarige Angelegenheit

 

Bettwanzen – eigentlich galt das Problem schon längst als erledigt, als ein Relikt aus der Vorkriegszeit. Doch weit gefehlt. Die kleinen Biester – die auf den wissenschaftlichen Namen Cimex lectularius hören – erleben seit einigen Jahren ein wahres Comeback. Und das weltweit.

Ein Nebeneffekt der Globalisierung. Durch den regen Warenverkehr und die stetig zunehmende Reiselust des Menschen sind die Viecher mobil wie nie. In Teilen New Yorks und Vancouvers gelten Bettwanzen schon als Plage. Auch in Deutschland sind die Blutsauger auf dem Vormarsch, selbst an Orten, wo man ein hohes Maß an Hygiene erwarten würde, zum Beispiel Hotelbetten. Das Problem ist die Bekämpfung der Insekten. Der Mensch kann Säubern, Sprühen, Waschen und ist trotzdem nicht gefeit vor Stichen.
Doch wozu gibt es die Forschung? Britische Wissenschaftler haben jetzt eine ganz natürliche Abwehrmethode ausgemacht, um die Wanzen an einem Biss in die Haut abzuhalten: Körperhaare. In einer Studie an 29 mutigen Probanden – die das Jucken und Schmerzen eines Bettwanzen-Bisses nicht scheuten – fand Michael Sivy-Jothy von der Sheffield University heraus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Wanzenbefalls bei rasierten Armen und Beinen signifikant höher ist als bei Extremitäten, die eine gewisse Behaarung aufweisen.

Körperhaare verbessern die Wahrnehmung von Wanzen, weil jedes Haar mit dem Nervensystem des Menschen verbunden ist, so der Biologe. Bewegen sich Wanzen also über die Haut, nimmt das ein behaarter Mensch besser wahr als ein vergleichsweise haarloser. Der Parasit kann so rechtzeitig zur Strecke gebracht werden, bevor dieser zubeißt. Zudem erschwert die Körperbehaarung die Bewegung der Tiere. In einem dichten Wald läuft es sich ja auch nicht so bequem wie auf einer freien Wiese.

Je mehr Haare, desto besser der Schutz – die Formel gilt wohl aber nicht. Allzu dicht sollte die Behaarung nicht sein, sagt Siva-Jothy. Denn das bietet Wanzen ein zu gutes Versteck und macht ein Auffinden umso schwerer.
Eine Ungereimtheit hat die Untersuchung allerdings: Obwohl Männer meist eine dichtere Körperbehaarung als Frauen haben, werden diese offenbar nicht seltener gebissen von Wanzen. Eine schlüssige Erklärung dafür haben Sivy-Jothy und sein Team noch nicht.

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