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Anti-Raucher-Pille mit (nochmehr) Nebenwirkungen?

 

Die Rauchstopptablette Champix hat unerwünschte NebenwirkungenRauchen ist ungesund, das müsste mittlerweile jeder schon einmal gehört haben. Auch wenn Tabakkonzerne jahrelang versucht haben, dem zu widersprechen: Es ist sonnenklar, dass Zigaretten, Zigarren, Cigarillos, et. al. ein Generalangriff auf die Gesundheit des Körpers darstellen. Die Kondition lässt schlagartig nach, die Haut altert in Zeitraffer, es entwickelt sich ein gewisser Körpergeruch und irgendwann kommt der Husten dazu. Von den wirklich schlimmen Gefahren wie stark erhöhtes Risiko für Lungenkrebs (der stets mit dem Tod endet) mal ganz zu schweigen.

Folglich wird jedem Raucher dringend empfohlen, möglichst sofort aufzuhören. Wenn das nur so einfach ginge. Zigaretten enthalten Nikotin, eine stark süchtig machende Substanz. Es ist wie eine Fessel.

So ganz nebenbei bemerkt: Nikotin ist auch extrem giftig. Würden Sie zum Beispiel einer Taube in einem Tropfen aufgelöstes Nikotin zu trinken geben, der Vogel würde nach wenigen Sekunden tot umfallen. Für mich ist diese Tatsache Grund genug, niemals auch nur einen Zug zu inhalieren.

Zurück zum Menschen: Wer der Nikotin-Sucht einmal verfallen ist, kommt so schnell nicht wieder davon los. Die Industrie hat daraus längst einen eigenen – sehr profitablen – Markt gemacht, und bietet diverse Hilfsmittel an. Eines davon, ein Pille zum Schlucken, macht derzeit große Schlagzeilen … leider keine positive.

Das Mittel heißt „Champix“. Dem Namen nach – da steckt das Wort „Champion“, also „Gewinner“ drin – sollte die Einnahme des Medikaments also gewinnbringend sein. Fragt sich nur für wen. Für den Raucher-Patient ist die Sache zwiespaltig. Zwar haben Studien gezeigt, dass Champix-Schlucker eine knapp dreifache höhere Chance haben, langfristig vom Glimmstengel loszukommen. Das ist die gute Nachricht.

Die Kehrseite der Medaille: Das Mittel ist allem Anschein nach nicht ganz nebenwirkungsfrei – um es mal ganz vorsichtig zu formulieren. Champix steht im Verdacht, Bewusstseins- und Sehstörungen, Suizide, Gewalt und Depressionen zu verursachen. Zudem soll das Diabetes-Risiko erhöht sein. Und in einer jetzt veröffentlichten Studie hat Curt Furberg vom Wake Forest Baptist Medical Center in Winston-Salem/USA herausgefunden: Champix erhöht offenbar auch das Risiko für Herzkrankheiten wie Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen um 72 Prozent.

Dann doch lieber weiterrauchen?

Nicht doch, es gibt ja auch noch andere Raucherentwöhnungsmethoden. Nikotinpflaster zum Beispiel wirken bei vielen Menschen ganz gut. Oder Kaugummis. Oder Allen-Carr-Seminare, und, und, und …

Manchmal – oder in dem Fall hier sogar sehr oft – helfen gerade die einfachsten Methoden am besten. So erklärt die Medizinerin Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Süddeutschen Zeitung: “90 Prozent der Ex-Raucher haben es ganz alleine geschafft”.

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